Blutegelbehandlung



Foto Angelika Lex Heilpraktikerin - Blutegelbehandlung bei Tinnitus

Die #Blutegel-Therapie ist ein Ausleitungs-Verfahren. Diese Therapieform ist in Europa erstmalig um 200 v. Christus erwähnt. Die Anwendung setzte sich über das Mittelalter bis zur Neuzeit hin durch. Da in Frankreich im 18. Jahrhundert bis zu 100 Millionen Egel verwendet wurden, hat man diese Methode zu Recht auch als Vampirismus bezeichnet. Schon in der Antike kannte und nutze man die Heilkräfte der Blutegel. Berühmte Ärzte wie Galen und viele andere nutzten die kleinen Sauger, um krankmachende Körpersäfte zu entziehen und so den Heilungsprozess zu beschleunigen.


Seit einigen Jahren findet die Blutegelbehandlung immer mehr Beachtung und das nicht nur in der Heilpraktiker-Praxis. Auch die Schulmedizin hat die kleinen Helfer für sich entdeckt. Die größten Abnehmer für Blutegel sind die Unfallkrankenhäuser, die diese Therapie z.B. bei schlecht heilenden Wunden nutzen. Es ist inzwischen bekannt, dass sich nicht nur die Beweglichkeit vieler Patienten nach einer Blutegelbehandlung besserte, sondern oftmals Schmerzmittel reduziert werden konnten oder komplett auf Schmerzmittel verzichtet werden konnte.


Der Blutegel (lat. Hirudo medicinalis) ist ca. 2 bis 4 cm groß und ist mit dem Regenwurm verwandt. Egel leben im Süßwasser. Sie haben drei Kiefer, die mit scharfen Zähnen besetzt sind. Darum hat die Bisswunde die Form eines dreistrahligen Sterns. Blutegel werden in speziellen Farmen für Therapiezwecke gezüchtet. Sie müssen nach der Behandlung entsorgt werden, um eine Übertragung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Sie werden also nur ein einziges Mal angesetzt. Man kann allerdings aus dem Patientenblut keine Bakterien und Viren im Egel nachweisen. Das Infektionsschutzgesetz schreibt diese Reglung aber dennoch vor. Der Egel produziert Hirudin. Dieser Stoff wirkt gerinnungshemmend, antithrombotisch und lymphstrombeschleuningend. Weitere Blutegelwirkstoffe haben durchblutungsfördernde Eigenschaften. Bei der Blutegel-Therapie kommt es zu ca. 10 ml Blutverlust pro Egel. Die mehrere Stunden andauernde Nachblutung beträgt ca. 20 bis 40 ml Blutverlust. Man hat bei dieser Therapieform die Wirkung einer sehr sanften und langsamen Aderlasses. Es werden vor allem Toxine und Stoffwechselschlacken ausgeleitet.


An der Stelle, wo die Egel angesetzt werden bleiben sie sitzen, saugen sie sich fest und fallen erst ab wenn sie satt sind. Dies dauert im Durchschnitt 1-2 Stunden, hin und wieder sind es auch mal 4 Stunden. Die anschließende sanfte Blutung dauert einige Stunden und ist genau so wichtig wie der Egel selbst (sanfter Aderlaß). Die Heilung erfolgt durch den enormen Wirkungscocktail im Sputum der Tiere.


Bei einer erstmaligen Behandlung mit Blutegeln in unserer Praxis ist es erforderlich, ein ausführliches Aufklärungsgespräch zu führen. Dieses Gespräch dauert ca. eine halbe Stunde (50,00 Euro) und ist nicht im Behandlungspreis enthalten.


Sollten Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen diese 3 Tage vorher abgesetzt werden.

Sie können während der Behandlung sitzen oder liegen, je nach Bedürfnis oder Indikation. Sie können lesen, schlafen oder auch Musik hören. Wasser oder Tee bekommen Sie in unserer Praxis. Während der Behandlung ist kein Toilettengang möglich. Es ist immer jemand in Ihrer Nähe oder bei Ihnen.


Nach dem die Egel angebissen haben, spüren Sie einen kleinen Schmerz, ähnlich wie ein Mückenstich. Der eigentliche „Saugvorgang“ ist kaum spürbar. Wenn die Egel abgefallen sind, werden Sie von uns verbunden und reichlich mit Verbandsmaterial versorgt.


Kommen Sie am besten in weiter bequemer Kleidung zur Behandlung, da der Verband meist recht dick wird. Wenn möglich, lassen Sie sich abholen. Im Raum Falkensee, falls kein Transport möglich, fahren wir Sie auch nach Hause. Nach der Behandlung sollten die Verbände abgenommen werden, so dass die Wunden gut ausbluten können. Trinken Sie möglichst viel Wasser oder Kräutertee, Duschen ist möglich wenn es nicht mehr blutet. Ein Vollbad sollten Sie erst nach ca. 1 Woche nehmen.


Die #Blutegeltherapie

  • regt den Blut- und Lymphstrom an

  • wirkt blutreinigend, entstauend und entgiftend

  • hemmt die Blutgerinnung

  • wirkt entzündungshemmend

  • lindert Schmerzen

  • wirkt antidepressiv

  • beugt Thrombose vor

  • regt Neubildung des Blutes an

  • trainiert das Knochenmark

Hauptindikationen

  • Arthrose, vor allem der Knie, Hüfte, Schultern und Hände

  • alle Gelenkerkrankungen

  • Tinnitus

  • Hörsturz

  • Sehnenscheidenentzündung

  • Katarakt (grauer Star)

  • chronisches Glaukom (grüner Star)

  • rheumatische Erkrankungen

  • Sportverletzungen

  • Gichtanfall

  • chronische Sinusitis (Nasennebenhöhlen)

  • chronische Otitis media (Mittelohr-Entzündung)

  • Hautunreinheiten

  • Furunkel und Karbunkel

  • venöse Erkrankungen

  • Krampfadern, Venenentzündung, offene Beine, Hämorrhoiden

  • Menstruations- und Wechseljahrs-Beschwerden

  • verklebte Eileiter

  • Migräne

  • Bluthochdruck

  • u.v.m.

Kontraindikationen:

Bei Diabetes mel. besteht eine erhöhte Infektionsgefahr. Des weiteren ist bei arterieller Verschlusskrankheit sowie kurz vor und nach einer Operation von einer Blutegeltherapie Abstand zu nehmen. Manche Patienten reagieren allergisch auf das Hirudin. Es stehen homöopathische Arzneien zur Verfügung, sollte eine solche Allergie auftreten. Schwangere dürfen sich keiner Blutegelbehandlung unterziehen.


Wichtig:

Bei einer Blutegel-Behandlung muss darauf geachtet werden, dass der Patient keinen Nikotin- oder Alkoholgeruch an sich hat, keinerlei Duftstoffe, wie Parfüm, Öle oder Cremes auf der Haut trägt, keine Antibiotika und keine Cortison-Präparate einnimmt, da die Egel sonst nicht beissen. Vor der Behandlung sollte nicht geraucht werden und wenn möglich, kein Kaffee getrunken werden. Am Tag vor der Behandlung möglichst keinen Knoblauch essen. Die Egel benötigen Ruhe und Halbdunkel für ihre Arbeit. Es empfiehlt sich, je nach Krankheitsbild das Ansetzen von 2 bis 4 Egeln. Es ist aber durchaus möglich, mehr Egel anzusetzen. Der Egelbiss ist kaum schmerzhaft, in etwa wie ein Insektenstich zu spüren. Sobald der Egel sich festgebissen hat, lässt der Schmerz nach. Ein Egel kann bis zu 2 Stunden und länger festsitzen. Es kann zu einer starken Nachblutung, die bis zu 48 Stunden andauern kann, kommen. Bringen Sie Zeit für diese Behandlung mit. Man wartet bis die Tiere von alleine abfallen. Danach wird ein Druckverband angelegt. Wichtig ist, dass nach der Behandlung die Wunde weiter ausbluten darf und die Blutung möglichst nicht gestillt wird. Zurück bleibt eine kleine Narbe. Der Patient sollte sich an diesem Tag nichts mehr vornehmen und ausgiebig ruhen sowie den darauffolgenden Tag keine anstrengenden Arbeiten verrichten und langes Stehen vermeiden. Es kann mitunter mehrere Tage dauern bis die Wirkung des Hirudins einsetzt. Manchmal reicht eine einzige Behandlung aus, um schmerzfrei zu sein. Bei einigen Krankheitsbildern müssen mehrere Behandlungen eingeplant werden. Bei der Blutegelbehandlung handelt es sich um eine sehr individuelle Behandlung, auf die jeder Patient anders reagiert, das Krankheitsbild eine Rolle spielt und ob es sich um ein chronisches oder akutes Geschehen handelt.


Bei Interesse an einer solchen Behandlung bitten wir um rechtzeitige Anmeldung, denn die Blutegel müssen eigens für den Patienten bestellt werden und benötigen dann noch mindestens zwei Tage Ruhe bevor sie ihre Arbeit beginnen können. Es empfiehlt sich eine solche Therapie, wie bei allen Ausleitungs-Vefahren, bei abnehmendem Mond (Empfehlung) durchzuführen, da die Wirkung intensiver ist. Eine Blutegel-Behandlung ist eine sehr aufwändige Therapie.


Erstgespräch/Anamnese: ca. 30 Minuten kosten 50 Euro, 60 Minuten kosten 90,00 Euro.

Die Blutegelbehandlung, incl. 2-4 Egel und Verbandsmaterial, kostet 150 Euro, unabhängig davon, ob an diesem Tag ein oder beide Knie, ein oder beide Handgelenke usw. behandelt werden. Lediglich die mehr benötigten Egel werden in Rechnung gestellt, pro Egel 10 Euro.

11 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen