Goldrute (Solidago virgaurea)
- Angelika Lex

- 28. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Die Goldrute (Solidago virgaurea und verwandte Arten wie Solidago canadensis, Solidago gigantea) ist eine klassische Heilpflanze in der europäischen und nordamerikanischen Pflanzenheilkunde, besonders für Harnwege und Nieren.
Heilwirkung
Entwässernd (aquaretisch)
Fördert die Harnausscheidung, ohne den Mineralstoffhaushalt stark zu belasten
Spült Bakterien und Stoffwechselprodukte aus den Harnwegen
Entzündungshemmend
Wirksam bei leichten Blasenentzündungen und Reizblase
Lindert Reizungen der Nieren- und Harnleiterschleimhaut
Krampflösend
Entspannt die Muskulatur der Harnwege, verringert Schmerzen beim Wasserlassen
Mikrobiell hemmend
Hemmt das Wachstum bestimmter Bakterien im Harntrakt
Ausschwemmend bei Nierengrieß
Unterstützt die Vorbeugung gegen erneute Steinbildung
Erleichtert das Ausscheiden kleiner Partikel
Unterstützt die Abwehr im Urogenitalbereich
Hauptanwendungsgebiete
Akute oder chronische Blasenentzündungen
Reizblase
Nierengrieß
Nachbehandlung bei Harnwegsinfekten zur Spülung
Unterstützend bei rheumatischen Beschwerden (durch erhöhte Wasserausscheidung)
Wichtige Hinweise:
Nicht anwenden bei Ödemen durch Herz- oder Nierenschwäche
Viel trinken während der Anwendung (mind. 2 Liter pro Tag)
Darreichungsformen: Tee, Tinktur, Fertigpräparate
Differenzierung der veschiedenen Pflanzen:
Echte Goldrute (Solidago virgaurea)
Herkunft: Europa (v. a. Mittel- und Nordeuropa)
Medizinisch verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut
Besonderheit: In der Europäischen Pharmakopöe als „Solidaginis herba“ geführt, daher Standard in Arzneitees
Wirkungsschwerpunkt:
Sanft harntreibend, entzündungshemmend bei Harnwegsinfekten und Nierengrieß
Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
Herkunft: Nordamerika, inzwischen auch in Europa verwildert
Medizinisch verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut
Ätherische Öle (mehr als bei der Echten Goldrute)
keimhemmend
Besonderheit: Stärkere Spülwirkung bei Harnwegsinfekten, aber weniger offiziell in Arzneibüchern verankert
Wirkungsschwerpunkt:
Intensiv harntreibend und antibakteriell
Riesengoldrute (Solidago gigantea)
Herkunft: Nordamerika, größere Wuchsform als die Kanadische
Medizinisch verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut
Ätherische Öle
Weniger ätherisches Öl als S. canadensis, aber immer noch keimhemmend
Besonderheit: Botanisch sehr nah an S. canadensis, in der Phytotherapie oft austauschbar
Wirkungsschwerpunkt:
Entzündungshemmend, harntreibend, etwas milder als S. canadensis
Homöopathie
In der Homöopathie wird die Goldrute (Solidago virgaurea) vor allem als Nieren- und Harnwegs-Mittel eingesetzt, aber ihr Arzneimittelbild umfasst auch Beschwerden im Zusammenhang mit Leber, Haut und Stoffwechsel.
Typische homöopathische Einsatzgebiete
Nieren- und Blasenleiden
Akute oder chronische Blasenentzündung
Nierengrieß, Neigung zu Nierensteinen
Druckschmerz in den Nierengegenden
Verminderte oder erschwerte Harnausscheidung
Dunkler, trüber oder übelriechender Urin
Restharngefühl nach dem Wasserlassen
Entgiftung / „Ausleitung“
Unterstützend bei Stoffwechselüberlastung
Bei Hautausschlägen, die im Zusammenhang mit schlechter Nierenfunktion stehen
Gicht und rheumatische Beschwerden mit Beteiligung der Nieren
Leber- und Gallenbeschwerden (seltener, aber Teil des Arzneibilds)
Druckschmerz im rechten Oberbauch
Bitterer Geschmack im Mund
Leitsymptome in der Homöopathie
• Empfindlichkeit und Druckschmerz in der Nierengegend
• Harndrang, aber nur kleine Mengen
• Urin oft dunkel und trüb
• Beschwerden verschlimmern sich durch Kälte und Nässe, bessern sich durch Wärme und reichliches Trinken
Typische Potenzen & Anwendung
Akut: D6 oder D12, mehrmals täglich
Chronisch: C30/C40 oder höher, seltener (nur nach ärztlicher/homöopathischerAnweisung)
Auch als Urtinktur (Ø) verfügbar – häufig in Komplexmitteln zur Nieren- und Blasenunterstützung










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