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Juniperus communis - Wacholder

  • Autorenbild: Angelika Lex
    Angelika Lex
  • 10. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit
Foto: Pixabay wal_172619_II
Foto: Pixabay wal_172619_II

Andere Namen sind Feuerbaum, Reckholder, Wegholder, Weihrauchbaum, Krammetsbeeren-strauch. Der Sadebaum ist eine weitere Art des Wacholders (Juniperus sabina). Wacholder ist ein Zypressengewächs. Man findet den Wacholder sowohl in Europa als auch in Nordasien und Nordamerika. Die langsam wachsende Konifere ist ein immergrünes Gewächs. Sie hat starre Nadeln und trägt schwarzblaue Beeren.


Wenn der Wanderer Wacholderbeeren auf seinem Hut mit sich trüge, würde er nicht so schnell müde und bekäme keine wunden Füsse, so ein überlieferter Brauch.

Der Ausspruch: "vor dem Wacholderstrauch das Knie beugen und vor dem Holunder den Hut ziehen" zeigt die große Achtung, die diesen Pflanzen früher entgegengebracht wurde.


Die Verwendung der Pflanze reicht bis ins Altertum zurück. Im griechisch-römischen Raum wurde sie äußerlich bei Wunden und Fisteln eingesetzt. Auch zur Beschleunigung der Geburt wurde die Pflanze verwendet. Im ersten Weltkrieg wurden in der Grippezeit vorbeugend Wacholderbeeren gekaut.


Wacholderbeeren haben sich zur Durchspülungstherapie bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege bewährt.  Hier ist allerdings Vorsicht geboten, da eine zu lange Einnahme die Nieren schädigen kann. Auch bei Verdauungsbeschwerden hat sich die Arznei bewährt. Wacholder wird gerne Wildgerichten beigefügt oder auch dem Sauerkraut, damit es besser verdaulich wird. Nicht zu vergessen der Wacholderschnaps.


Sebastian Kneipp empfiehlt die Wacholderbeeren auch als eine sogenannte Frühjahrskur zur Entschlackung. Wacholderbeeren sind blutreinigend und wassertreibend. In der Aromatherapie finden die getrockneten Beeren ihre Heilwirkung in Duftölen, die ausgleichend und harmonisierend wirken.


Wacholderbeeren werden als Tee, Tinktur, Fertigarzneimittel, ätherische Öle, Schnaps oder auch Bäder angeboten. Homöopathisch gibt es so  keine  so große Verwendung. In der Phytotherapie ist es eine wichtige Heilpflanze.


Wacholderholz und -beeren eignen sich gut zum Räuchern. Dieser Brauch ist in Europa, Mittelamerika und im Himalaya zu finden. Die Zweige, die Zapfen und die Beeren riechen sehr aromatisch. Der Wacholder wird seit Jahrtausenden zur Raumluftdesinfektion gebraucht. Er soll sogar Viren, Keime und Bakterien vernichten. In Zeiten der Pest war er der wichtigste Schutz vor Ansteckung."Esst Kranawitt und Bibernell, so sterbet ihr nit so schnell".

Der Wacholder soll um das Haus herum gepflanzt vor bösen Geistern schützen. Er ist ein Baum der Toten, genau wie der Lebensbaum oder die Eibe, die sich auf Friedhöfen wohlfühlen.


Pflanzenheilkundlich (Phytotherapie)

Hauptwirkungen

  • Harntreibend (diuretisch):

  • regt Nieren und Blase an → Förderung der Entgiftung und Durchspülung der Harnwege.

  • Verdauungsfördernd: regt die Magensaftproduktion an, hilft bei Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit.

  • Durchblutungsfördernd: äußerlich in Salben oder Ölen zur Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen.

  • Antiseptisch: antibakteriell, leicht entzündungshemmend.


Anwendungsformen

Teezubereitung

  • aus den Beeren (1 TL zerdrückte Beeren pro Tasse, kurz ziehen lassen) – aber nur kurmäßig, da wacholderhaltige Tees bei Dauergebrauch die Nieren reizen können.

Wacholderöl (ätherisch):

  • zur Einreibung oder Inhalation (verdünnt).

Gewürz

• Wacholderbeeren: als Gewürz und zur Unterstützung der Verdauung.

Bäder und Einreibungen

  • gegen Rheuma, Gicht, Muskelschmerzen.


Nicht anwenden bei:

• akuten Nierenentzündungen

• Schwangerschaft

• längerer Einnahme über mehrere Wochen (Gefahr von Nierenschäden)


Homöopathisch

Arzneimittel: Juniperus communis (meist aus den Beeren oder Nadeln hergestellt)


Leitsymptome und Einsatzgebiete

  • Nieren- und Blasenbeschwerden: Brennen, Druck, trüber Urin, häufiges Wasserlassen.

  • Verdauungsstörungen: Aufgeblähter Bauch, Druckgefühl, Appetitlosigkeit.

  • Rheumatische Beschwerden: schmerzhafte, ziehende Gelenkschmerzen.

  • Entgiftung: bei Belastung durch Umweltgifte oder nach Medikamenteneinnahme (als Drainagemittel).

Typische Potenzen

• D3 bis D6: körperliche Beschwerden (Harnwege, Verdauung)

• D12 und höher: tiefere Stoffwechsel- oder Entgiftungsprozesse


Zum Räuchern

Duft und Wirkung

  • Klar, harzig, würzig, reinigend.

  • Der Rauch wird traditionell verwendet, um Räume, Menschen und Gegenstände energetisch zu reinigen und zu schützen.

Wirkung auf seelisch-energetischer Ebene

  • Reinigend: vertreibt „schwere“ Energien, besonders nach Streit, Krankheit oder Trauer.

  • Schützend: traditionell gegen „böse Geister“ oder negative Einflüsse.

  • Klärend und stärkend: fördert Konzentration, Mut und Erdung.

  • Übergangsrituale: Neuanfang, Loslassen, Jahreswechsel (z. B. Raunächte).


Räucherformen

• Getrocknete Wacholderbeeren oder Nadeln auf Räucherkohle.

• Wacholderholz oder Harz für intensiveren Duft.

• Oft in Mischungen mit Beifuß, Fichte, Salbei oder Myrrhe.


 
 
 

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